• Footprints auf dem Klostergelände © Hanns Joosten
  • Historische Ansicht von Lorsch
  • Königshalle mit Besuchern © Stadt Lorsch
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar
  • Klosterhügel
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar (Evangelist Johannes),  © Bibliotheca Apostolica Vaticana (2014)
  • Wegachsen im Welterbe Areal Kloster Lorsch © Hanns Joosten
  • Museumszentrum MUZ Lorsch
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar
  • Freilichtlabor Lauresham mit Besuchern
  • Kräutergarten © Stadt Lorsch
  • Architekturbezug im Welterbe Areal Kloster Lorsch © Hanns Joosten
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar (Evangelist Johannes), © Bibliotheca Apostolica Vaticana (2014)
  • Klosterhügel Lorsch
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar
  • Klosterhügel Lorsch
  • Auszug aus dem Lorscher Evangeliar
  • Detail im Museumszentrum MUZ Lorsch
August Lucas (1854), © Christian Grau, Hessische Hausstiftung, Schlossmuseum Darmstadt.

UNESCO Welterbe Kloster Lorsch

Aufstieg zum Reichskloster

Um 764 von der Familie des fränkischen Gaugrafen Cancor gegründet, begann mit der Überführung der Nazarius-Reliquie 765 aus Rom ins Lorscher Kloster der wirtschaftliche Aufstieg der Abtei. In wenigen Jahrzehnten erstreckte sich der Besitz an Gütern aus Schenkungen an den Hl. Nazarius von der Nordseeküste bis an den Alpenrand. 772 wurde das Kloster an Karl den Großen übertragen, der es unter seinen Schutz stellte und ihm die Immunität gewährte. Lorsch war nun Reichskloster und vor den Begehrlichkeiten und Zugriffen der umliegenden Bischöfe und Adeligen geschützt. Dieses Privileg sollte bis 1232 Bestand haben, als das Kloster an Mainz fiel, die Benediktiner vertrieben und zuerst durch Zisterzienser und diese kurz darauf durch Prämonstratenser ersetzt wurden.

Wechselvolle Geschichte

Seit seiner Gründung in karolingischer Zeit bis weit in das Hochmittelalter zählte das Kloster Lorsch zu den wichtigsten kulturellen Zentren zur Verbreitung der am Königshof entwickelten Bildungsprogramme. Berühmtheit erlangte die Abtei durch ihr Skriptorium und ihre umfangreiche Bibliothek, eine der größten und bedeutendsten des Mittelalters. Heute sind die noch erhaltenen Werke auf weltweit 54 Orte in 17 Ländern verstreut. Auch in medizinischer Hinsicht war das Kloster ein wichtiger Vorreiter: Das Lorscher Arzneibuch aus dem Ende des 8. Jahrhunderts ist die älteste erhaltene medizinisch-pharmazeutische Handschrift deutscher Herkunft. Selbst in Deutschlands wohl bekanntester Sage, dem Nibelungenlied, wird das Kloster Lorsch erwähnt, und zwar als Grablege Siegfrieds. Wie gesagt: eine Sage. Sicher hingegen war es die Ruhestätte der letzten ostfränkischen Könige aus dem karolingischen Geschlecht.

Kulturgeschichtliche Bedeutung

Bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts verteidigte das Reichskloster immer wieder erfolgreich seine Unabhängigkeit. 1066 war das Kloster gezwungen, eine Burg zu errichten, die Starkenburg im benachbarten Heppenheim, um feindliche Angriffe abzuwehren. Es war das erste Mal in seiner Geschichte, dass sich das Kloster dem herrschenden König widersetzte und ihn dazu zwang, die alten Rechte für Lorsch wieder herzustellen. 1461 verpfändete Mainz das Kloster Lorsch an die Kurpfalz. Knapp ein Jahrhundert später wurde es im Zuge der Reformation durch den Kurfürsten Ottheinrich von der Pfalz aufgelöst.

 

Weitere Informationen unter www.kloster-lorsch.de.